Freitag, 10. Dezember 2010

Die bösen Maschinen…

… die nehmen uns die Arbeit weg. So oder ähnlich dürfte es während der industriellen Revolution im achtzehnten Jahrhundert, auf Grund der Einführung von effizienteren Gerätschaften, aus den Reihen der Arbeiter geklungen haben. Nun sind seit dem ein paar Jahre vergangen und heutzutage gehören technische Hilfsmittel zum normalen Alltag, weshalb obige Kommentare in unserer aufgeklärten Gesellschaft nicht mehr kursieren dürften. So dachte ich zumindest, bis ich in einem Forum sinngemäß folgenden Kommentar genießen durfte: “Bei der Packstation melde ich mich nicht an, denn die ist ja nur dazu da um meinem Postboten den Job wegzunehmen! Außerdem ist sie ein schlechterer Service für den gleichen Preis.”
Ja klar, und:  “Nachts ist auch kälter als Draußen!”
Manchmal finde ich die Engstirnigkeit dieser professionellen Gutmenschen wirklich beängstigend.
Mal rein mathematisch betrachtet ist es auf Grund der geringen Verfügbarkeit und des begrenzten Stauraums unwahrscheinlich, dass ein Paket überhaupt in einer dieser Stationen landet. Ich habe das mal für meinen Landkreis durchgerechnet und komme selbst bei optimalen Bedingungen nur auf ein Fünftel eines Prozents. Ich kann dem Herren nur inständig ans Herz legen,  sich doch mit der Situation des Normalbenutzers einer Packstation auseinanderzusetzen. Der normale Werktätige ist üblicherweise zu den Lieferzeiten nicht zu Hause. Der Bote hat also zwei Möglichkeiten: Zum einen kann er die Nachbarn belästigen oder zum anderen die Sendung wieder mitnehmen und in der Poststation platzieren. Beide Fälle haben nur Nachteile.
Das Deponieren bei den Nachbarn halte ich für grenzwertig. Meine Erlebnispalette reicht da von Paketen, die zwar entgegen genommen, dann aber  einfach in den Hausflur geworfen werden, über nicht oder unleserlich* beschriftete Benachrichtigungskarten bis hin zu komplett fehlenden Ablieferungsinfos, die dann von den lieben Mitbewohnern auf Nachfrage mit dem Satz kommentiert werden: Ach ja, hatte ich vergessen, dass liegt hier irgendwo rum.
Filialabholung ist da schon ein wenig besser, wenn man es denn schafft, am nächsten Arbeitstag während der Öffnungszeiten in der entsprechenden Postfiliale zu erscheinen. Die Sendung bekommt man aber definitiv mindestens einen Tag später.
Da lobe ich mir doch die Packstation. Wenn etwas für mich deponiert wurde, bekomme ich eine SMS und eine Email und kann es unabhängig von der Tageszeit und des Wochentags abholen. Keine Verzögerung, keine Zusteller mit Schreibschwäche, keine Alzheimer behafteten oder faulen Nachbarn. Für mich ist das eindeutig eine Verbesserung des Services.



*Ihre Sendung kann bei Chhrrevddzvjd abgeholt werden ist nicht wirklich hilfreich, wenn sich das Gekrakel genau so liest.

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